Stand zum 12.9.2009

Mittlerweile stehen die Route der bunt-statt-braun-Demo und die Route des Naziaufmarsches fest. Die Route der Nazis bleibt unverändert: Braunschweiger Platz – Marienstraße – Berliner Allee – Kestnerstraße – Stadtstraße – Bultstraße – Braunschweiger Platz.

Die bunt-statt-braun-Demo startet, wie geplant am Klagesmarkt, wo ab 10.30 Uhr die Auftaktkundgebung stattfindet. Die Auflagen der Polizei beinhalten allerdings, dass der Demozug frühestens um 11.30 Uhr vom Klagesmarkt losgehen darf. Die Demo nimmt dann folgende Route: Otto-Brenner-Straße - Brühlstraße - Leibnizufer - Friederikenplatz - Friedrichswall - Karmarschstraße - Leinstraße - Breite Straße - Aegidientorplatz - Friedrichswall - Trammplatz.

Außerdem gibt es drei Infostände der Linken zur Bundestagswahl in der Nähe der Naziroute. Sie befinden sich an der Großen Düwelstraße 28, an der Ecke Große Düwelstraße/Rautenstraße/Am Südbahnhof und an der Ecke Berliner Allee/Gellertstraße vor dem Bahndamm. Alle die Lust haben zu diskutieren sind zu den Ständen eingeladen. Die Infostände sind zum Teil so nah an der Strecke der Nazis, das ein lauter, entschiedener Protest von ihnen gehört werden wird. In der Südstadt selbst hat sich inzwischen ebenfalls Protest organisiert, zahlreiche Aktionen sind dort geplant.
Treten wir den Nazis am 12. September gemeinsam entgegen!

Naziaufmärsche blockieren: Na klar!

Die Idee von Blockaden als Mittel des zivilen Ungehorsams ist wahrlich nicht neu. Erst recht nicht in Hannover: (Fast genau) Vor 40 Jahren begann in Hannover die in die Lokalgeschichte eingegangene „Rote Punkt-Aktion“ - sie richtete sich gegen Fahrgelderhöhungen der ÜSTRA – und sie begann unter anderem mit Blockaden.

Unser Ziel ist es, Aufmärsche und andere Aktionen der Nazis erfolgreich zu verhindern. Wenn dies nicht möglich ist, sollen sie massiv behindert werden.

Wir sind selbst verantwortlich, dass auf den Straßen keine rassistische und antisemitische Hetze ertönt. Wir können uns nicht zurücklehnen und irgendeine Autorität  – zum Beispiel den Staat damit beauftragen. Wir nehmen die Sache jetzt selbst in die Hand.

Wir möchten, dass sich möglichst viele an solchen Aktionen beteiligen können. Dabei setzen wir auf vielfältige Aktionsformen in der Tradition von antifaschistischer Selbsthilfe und zivilem Ungehorsam. Wir trainieren gemeinsam und bereiten uns vor. Dann gehen wir in Bezugsgruppen auf die Demo, passen aufeinander auf und lassen uns nicht aufhalten. Mit dieser Strategie haben wir mittlerweile viele Erfahrungen gesammelt.

Mehrfach war der Erfolg unbestreitbar und offensichtlich: 
In Jena fand jahrelang ein großes Fest der NPD unter dem Titel „Fest der Völker“ statt. Anders als es scheint hat der Name hat nichts mit internationaler Solidarität zu tun sondern mit dem rassistischen Weltbild der Nazis. Nachdem die Nazis im Jahr 2007 von Tausenden von JenaerInnen blockiert worden waren, zogen sie ihre Anmeldung für Jena im Folgejahr selbst zurück.

Im letzten September mussten ein paar Handvoll Teilnehmer des Rassisten-Kongresses von Pro Köln bedröppelt wieder abziehen. Und erst im April konnte in Lüneburg ein Naziaufmarsch mit einer Sitzblockade verhindert werden. Dafür brauchte es noch nicht einmal 200 Menschen.

Die Blockaden waren immer dann erfolgreich, wenn sich alle einig waren, einen Naziaufmarsch nicht zuzulassen. Die Ablehnung der Nazis hilft uns nicht weiter, wenn wir sie nicht in die Tat umsetzen.

Naziaufmärsche blockieren ist nicht nur unser Recht –
Wir sagen: Naziaufmärsche blockieren ist unsere Pflicht!